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AUFTAKT nach Maß – Kraftakts Erstling in der Re-Review



Lange habe ich nach einer Gelegenheit gesucht, das erste Werk von Kraftakt noch mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Heute wird nun das Re-Release von „Auftakt“ aus dem Jahr 2018 auf allen Streaming-Plattformen gefeiert. Also los.


Was passiert, wenn sich vier bis sechs Leute treffen, die aus völlig verschiedenen Musikrichtungen stammen? Im Fall KRAFTAKT kann man sagen: Etwas völlig Neues! Bereits beim Opener „Die Uhr tickt“ zeigt sich die gesamte Bandbreite, die die damals noch zu sechst agierende Bärenbande durch die Boxen presst. Ein bisschen Industrial, ein bisschen Core, ein bisschen Metal, ein bisschen Rap. Bis heute hat sich dieser Stil weiterentwickelt, unaufhaltsam, wie die Zeit im Song.


In „Monognose“ packt die Band dann alles an Härte rein, was sie zu bieten hat. Nur um in „Puppenhaus“ in einen ruhigeren Rhythmus zurückzukehren. Zumindest zu Beginn, denn auch dort bricht die Kraft nicht zuletzt durch Barrys gutturales Gebrülle schnell wieder aus. Vom Psychofaktor her nähern wir uns hier dicht RAMMSTEIN an. Überhaupt das stimmliche Zusammenspiel zwischen Dominik und Barry harmoniert perfekt. Schwarz und Weiß, Hell und Dunkel.


In die Helden beweist das damalige Sextet das schon früh vorhandene Gespür für Melodien und nutzt es, um all die Menschen zu besingen, die sich für andere selbstlos einbringen. Doch natürlich kommt auch dieser Song nicht ohne die von Anfang an für KRAFTAKT typischen Synthies aus. Balladesk geht es mit „Geradeaus“ weiter. Der fünfte Song auf dem Album behandelt die Suche im Leben nach Sinn und Glück. „Irgendwo“ ist dann wohl das, was wir noch am ehesten als klassischen Rocksong auf dieser Scheibe bezeichnen können.


Doch danach kommt mit „Raketen“ für mich der Hit des Werkes und genauso wie es der Titel verspricht, wird ordentlich Geschwindigkeit aufgenommen und der Hörer einfach nur mitgerissen. Richtig stark – ein Autobahnsong. Bevor dann bei „Ich bin es leid“ noch mal die komplette Wut durch Instrumente und Stimmbänder rauscht, wird es zum Ende im letzten Song „Geschichten“ etwas ruhiger.


Ttextlich schließt das Album mit einem Versprechen. So kündigt KRAFTAKT an, weiter Geschichten zu sehen und zu erzählen. Heute wissen wir, dass die Bären aus Lüneburg und Ebstorf vielleicht nicht mehr zu sechst sind, aber zu ihrer Ankündigung stehen. Denn mit „Intakt“ und „Kontakt“ sind bereits zwei Folgewerke erschienen und wir freuen uns auf mehr. KRAFTAKT wird als nächstes am 16. September auf dem Streetz Open Air zu sehen und zu hören sein.


Der Oilenköper

Wie immer kostenlos für euch, für mich leider nicht. Daher gerne kleine PayPal-Spenden an oilenkoeper@gmx.de.

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