• Oilenköper

Ernsthaft ironisch – „Durak“ von DREI METER FELDWEG



DREI METER FELDWEG aus Salzhausen sind in der deutschen Punk-Szene ganz sicher kein unbeschriebenes Blatt mehr. Spätestens seit 2020 mit „Gewinner“ ein sauber produziertes Album vorgelegt wurde, dass jetzt in „Durak“ noch mal seine Steigerung erfährt.


Musikalisch und qualitativ schließt das neue Werk nahtlos an den Vorgänger an. Vier Musikvideos wurden im Vorfeld veröffentlicht, für die Singles „Gib niemals auf„ / „Eine Lovestory“ / „Unten am Strand“ / „Und sie tanzt“. Die Auswahl dieser vier Songs spiegelt dabei perfekt die Themenvielfalt des Albums wider: Motivation, Kritik, Ironie und Spaß.


Originell an die Musikvideos ist, dass außer beim Spaßsong „Unten am Strand“ jedes Mal eine Frau im Mittelpunkt steht und der Spieß der gesellschaftlichen Voreingenommenheit süffisant umgedreht wird. Denn bei Uns sie tanzt“ entführt eine Stalkerin ihr männliches Opfer und hält es gefangen und bei „Eine Lovestory“ geht es um ein rechtsextremes Pärchen, bei dem die Frau den Mann in den braunen Sumpf zieht, um dann gemeinsam Jagd auf Menschen zu machen.


Alle Videos wurden rund um Salzhausen im Landkreis Harburg gedreht, was noch einmal die Heimatverbundenheit der Band untermauert, deren Mitglieder längst nicht mehr alle vor Ort leben, aber noch immer in der Nähe. Und auch wenn manche Texte ein ernsteren Charakter haben und auch mal Trennungsschmerz verarbeiten, wie in der einzigen Ballade „Briefe an Dich“, die auch sprichwörtlich den Wendepunkt der Vinylversion markiert, kommt im Prinzip kein Song ohne Ironie aus.


Da sind auch die großen Vorbilder zu erkennen: Die Ärzte, Die Toten Hosen, Broilers, Betontod. Das Gesamtwerk „Durak“ macht kein Geheimnis daraus, dass die fünf Musiker nach Düsseldorf und Berlin schielen. Letztendlich ist es eine Mischung aus all dem, ein Stilmix, der einen Sound kreiert, der frisch und neu wirkt und keinesfalls abgekupfert.


Der Bandname stammt noch aus Anfangstagen, in denen man den eigenen Sound auf die Schippe genommen hat. Neben der fetten Produktion und dem eingängigen Songwriting, macht auch der Tourplan mit den anstehenden Konzerten in ganz Deutschland deutlich, dass die Salzhäuser die rumpelige Piste längst verlassen haben und auf Bundesschnellstraßen unterwegs sind.


Die 14 Songs, abzüglich des Intros und der einen Ballade, ergeben noch immer 12 Powerhymnen die danach schreien im kommenden Sommer auf den großen Festivals gespielt zu werden. „Durak“ ist erhältlich auf CD, LP und digital.


Der Oilenköper


Wie immer kostenlos für euch, für mich leider nicht. Daher gerne kleine PayPal-Spenden an oilenkoeper@gmx.de.


18 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen