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Für Nichts und Niemanden - Interview mit Clemens von EXAT

Ruhig ist es in der heimischen Musikszene … nicht mehr lange! Denn die Lüneburger Punk’n’Roller EXAT melden sich mit einem echten Brett zurück. „Für Nichts und Niemanden“ heißt der neue Song, der morgen veröffentlicht wird und ordentlich Ärsche tritt. Grund genug für den Oilenköper, mal bei Texter, Komponist, Gitarrist, Sänger und Allround-Talent Clemens anzuklopfen und ein paar Fragen zu stellen:


Oilenköper: Moin Clemens, ihr veröffentlicht morgen einen neuen Song auf Spotify und mit Video auf YouTube. Textlich geht es um Toleranz, könnte man sagen. Würdest Du Dich als Teil einer nicht oder wenig akzeptierten Subkultur bezeichnen?

Clemens: Hallo Andreas, erstmal Dankeschön für dein Interesse und das Angebot eines Interviews zu unserer neuen Single „Für Nichts und Niemanden". Es freut mich sehr, wieder mal beim Oilenköper vorstellig zu werden. Zu deiner Frage: Im Großen und Ganzen geht es in dem Song eher um Intoleranz, als um Toleranz. Es geht um Menschen, die mich belehren oder mich verändern wollten und/oder wollen. Das fängt manchmal ja schon im Kleinen an bei Freunden, Arbeitskollegen oder eben auch den Eltern. Mir war es immer wichtig, meinen eigenen Weg zu finden und ihn zu gehen. Häufig musste ich mich dabei gegen Leute durchsetzen und bin oft auch auf viel Widerstand gestoßen. Freundschaften sind kaputt gegangen und Beziehungen in die Brüche. Aber es gibt auch Menschen die trotzdem zu mir stehen und mich so akzeptieren, wie ich bin. Dafür bin ich dankbar und es hat mir immer Rückenwind gegeben. Als Teil einer Subkultur würde ich mich tatsächlich nicht bezeichnen. Ich liebe die Punkrock- und Metal-Szene, aber ich bin zu sprunghaft um mich einer einzigen Subkultur zuzuordnen. Auch hier mache ich gerne mein eigenes Ding und wechsle zwischen Oi!-, Punkrock-, Metal- und Hardcore-Szenen hin und her.

Gab es einen Grund, warum Du jetzt diesen Song schreiben musstest?


Ich würde nicht behaupten, dass ich den Song schreiben musste. Aber der Song war in mir und wollte raus ... Also musste ich ihn vielleicht doch schreiben (lacht). Mir ist der Song aber sehr wichtig und ich bin ziemlich stolz auf das Teil. Es sind zwar nur vier Akkorde (Anm. Oilenköper: Wer braucht mehr?), aber die Refrainmelodie ist großartig und wird live bestimmt einen schönen Chor erzeugen.

Du hast ja schon angedeutet, dass es in Deinem Leben Situationen gab, die Dich beim Schreiben des Songs beeinflusst haben. Welche Erfahrungen hast du diesbezüglich außerhalb Deines normalen Umfelds von Freunden und Familien gemacht?


Es gibt diverse Leute in diversen Szenen, die meinen, die Szene gehöre ihnen. Sie beanspruchen die Regeln, den Kodex, die Meinung und die politische Ausrichtung. Das geht mir ziemlich gegen den Strich. Als Band wirst du oft in eine Schublade gesteckt und verurteilt, ohne dass die Leute auch nur einen Song gehört haben. Sowas nervt. Ich wünsche mir weltoffene und friedliche Fans und Freunde in meinem Leben und suche immer den Dialog. Eine klare antirassistische Meinung sollte aber selbstverständlich sein!

Das finde ich auch. Euer Social-Media-Output legt nahe, dass da ein Album kommt. Ihr hattet das schon im Oilenköper-Interview im September 2020 angedeutet. Wann kann der gemeine EXAT-Ultra damit rechnen?


Tja, das ist eine gute Frage (schmunzelt). Wir planen das Release im Herbst/Winter 2021, wollen aber dann eigentlich auch gerne die Aussicht auf eine Release-Tour haben. Wir werden erstmal wohl noch zwei digitale Singles veröffentlichen und dann mal sehen, was so noch geht in diesem Jahr. Bis dahin ist uns der Kontakt zu unseren Fans auf Social Media extrem wichtig. Das hält diese Band aktuell am Laufen.

Zum Abschluss: Geht ihr jetzt weiter in Richtung Streaming oder wird es ganz Konservativ auch etwas fürs heimische Regal geben?


Wenn EXAT ein Album machen, dann wird es immer etwas fürs Regal geben! Ich selbst sammle leidenschaftlich CDs und Vinyl. Ein rein digitales Album geht gar nicht!


Schönes Schlusswort, vielen Dank für das Gespräch!


Wie immer ist dieser Beitrag für alle Leser kostenlos. Über eine kleine PayPal-Spende an oilenkoeper@gmx.de zur Deckung meiner Unkosten würde ich mich sehr freuen.



Das Cover von "Für Nichts und Niemanden". (Foto: EXAT)

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