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Grunge ist tot. Es lebe der Grunge – „Hysteria“ von REVERSE in der Review




Nach kurzem Gebrabbel startet der erste Song „Black Halo“ und eröffnet in bewährtem Stil die kürzlich erschienen EP „Hysteria“ der Ruhrpott-Rocker REVERSE. Das Quartett wurde bereits im vergangenen Jahr vom Oilenköper unter die Lupe genommen. Damals attestierte ich dem Vorgänger „Deadlocked“ die Auferstehung Kurt Cobains.


Ich bleibe auch dabei. Denn auf „Hysteria“ wird mit der gleichen Power zu Werke gegangen, auch wenn es mittlerweile in direkter Nachbarschaft Konkurrenz auf Augenhöhe gibt. Siehe letztes Review


zu BLOODHONEY. REVERSE jedenfalls rotzt seinen Grunge zwar ungeschliffen heraus, zeigt aber auf dem zweiten Track „In my World“ bereits sein Abwechslungsreichtum mit Tempowechseln und Sprechgesangparts, die aber ganz schnell wieder ins gewohnte Brüllen zurückfinden.


Richtig melodiös wird es zu Beginn des folgenden Songs „Where’s your Crown“. Sänger Chris setzt seine Stimme in verzweifelt-hämischer Weise so ein, dass man sich selbst als Hörer irgendwie angegriffen und verhöhnt vorkommt. Schon beeindruckend. Volle Power zeigt sein Organ sogleich wieder in „Dismays“. Michas treibende Drums knüppeln sich durch diesen Song als gäbe es kein Morgen mehr.


2004 gegründet wird die Combo im Oktober endlich volljährig und beweist die musikalische Reife eindrucksvoll. Ohne in Radiotauglichkeit oder Kitsch abzurutschen, nimmt Chris in den Strophen die Schärfe aus der Stimme, bricht aber unberechenbar wie ein schlafender Vulkan zum Refrain wieder aus. Eindrucksvoll im Lied „Lesson learned“ zu hören. Auch Bassist Daniel spielt hier seine schönsten Linien.


Mit schnellem Takt beginnt das Finale „The Devil leaves the Sky“, wo alle vier noch mal im perfekten Zusammenspiel den vielleicht stärksten Song der EP brettern. Ich kann von hier aus nicht sagen, wer welche Gitarre spielt, doch Chris und Arno liefern ab. Pogo-Potenzial zum Wut und Frust abbauen. Die Zeiten, in denen Grunge langweilig geworden war, sind vorbei. Auch dank REVERSE.


Der Oilenköper


Wie immer kostenlos für euch, für mich leider nicht. Daher gerne kleine PayPal-Spenden an oilenkoeper@gmx.de.

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