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Interview mit CORVUZ von ABLEBEN

Die Black-Metal-Band ABLEBEN aus dem Landkreis Uelzen wollte 2020 voll durchstarten – und dann kam Corona. Sänger CORVUZ sprach mit dem Oilenköper über die aktuelle Situation, die Arbeitsweise der Band und Schwarzmetall:

Oilenköper: Ihr habt euch vor gut einem Jahr gegründet und wolltet am 13. Juni eure Live-Premiere im Uelzener Komma geben. Jetzt kann das erstmal nicht stattfinden. Wie hart hat euch das als Band getroffen?

CORVUZ: Ja, ganz genau. Wir sind natürlich alle sehr traurig, dass unser erster Gig im Juni nun wegen dem Corona-Mist nicht stattfinden kann. Wir können in der aktuellen Situation einfach nur hoffen, dass dieses Jahr überhaupt noch Konzerte gespielt werden. Durch das Kontaktverbot haben wir uns natürlich nicht getroffen, sondern haben Zuhause für uns geprobt. Natürlich kann man auch positive Dinge daraus ziehen, man hat zum Beispiel mehr Zeit für neue Songs.

Wie muss man sich das Komponieren unter diesen Umständen vorstellen? Schreibt jeder für sich oder ist ein gemeinsames Songwriting auch mit "social distancing" möglich?

Möglich ist es sicherlich auch über das "social distancing". Wir aber handhaben das so, wenn jemand wieder etwas Neues geschrieben hat, sei es Riffs oder halt auch neue Texte, schickt er es per Foto oder Video in unsere Band-Gruppe. Aber auf die Frage zurückzukommen: Jeder schreibt seine eigenen Texte. In unserem Fall: Drammath, Nathrach und ich.

Ihr macht ganz offensichtlich Black Metal. Orientiert ihr euch eher klassisch oder lasst ihr auch andere Einflüsse zu?

Ja, wir orientieren uns sehr an dem "klassische" Black Metal und das wollen wir auch definitiv beibehalten. Räudig, hart und laut muss es sein.

Deine Texte schreibst du selbst. In welcher Sprache und was sind Themen, die dich beschäftigen und inspirieren?

Genau. Bis jetzt haben wir nur deutsche Texte, was wir auch beibehalten wollen. In unseren Texten geht es zum einen um den Satanismus, das Leben auf der anderen Seite des Himmels und auch um Thematiken aus dem Mittelalter. Ich würde schon fast sagen, unsere Texte sind eine kleine Zeitreise ins frühe Mittelalter. Wie ausgeprägt der Glaube damals war und die große Angst der Menschen vor Luzifer und der Hölle. Was sie dort vorfinden werden oder würden, hört man dann in unseren Texten.

Das hört sich interessant an. Also geht es nur in Richtung christlicher Mythologie oder könnten ältere Götter und Sagen auch mal vorkommen?

Könnte ich mir definitiv auch gut vorstellen. Mal schauen was die Zeit so bringt.

Wie viele eigene Songs habt ihr schon?

Momentan haben wir vier fertige Songs und ein fünfter ist aktuell in der Mache.

Also würdet ihr ein Set gegebenenfalls mit Cover-Versionen auffüllen?

Möglich wäre es ja. Wir schauen jetzt einfach mal, auf wann unser Gig geschoben wird und wieviel Zeit wir noch bis dahin haben, um neue Songs zu schreiben.

Black-Metal-Bands mit deutschen Texten müssen oft mit dem Vorwurf kämpfen, NSBM zu machen. Wurde euch das schon mal vorgeworfen oder haben Leute aus dieser Szene schon mal Kontakt zu einem von euch gesucht?

Nein, mit NSBM wollen wir uns nicht identifizieren und wir hatten auch noch nichts damit zu tun. Also nichts dergleichen.

Wie im Black Metal üblich, habt ihr euch jeder einen Künstlernamen gegeben. Deiner ist Corvuz. Was hat es damit auf sich?

Eigentlich gibt es tatsächlich gar nicht so viel dazu zu sagen. Der Name kommt aus dem Latein und bedeutet Rabe oder Krähe. Das sind mystische, beeindruckende Vögel wie ich finde. Genau so klingt auch Corvuz. Mystisch!

Hast du früher schon mal was mit Musik gemacht oder wie bist zum Gesang gekommen?

Vor ewig vielen Jahren hatte ich mal eine Spaß-Band, wo ich aber an der Gitarre vertreten war. Wir haben eigentlich nur ein wenig Krach im Keller gemacht (lacht). Zum Gesang bin in vor drei oder vier Jahren gekommen. Drammath und ich hatten uns immer aus Spaß getroffen und haben diverse Songs von diversen Bands gecovert, angefangen mit Necrophagist. Eines Tages hat er mir dann von Negator ein Lied vorgespielt und vorgeschlagen ob wir diesen Track nicht covern wollen. Ich war komplett begeistert davon und wollte nur noch Musik in der Stilistik machen. Und wie sollte es auch anders sein, haben Drammath und ich dann unseren ersten eigenen Song geschrieben: Ave Satanas!

Foto: Bilé (@belenus_513)/Ableben


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