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Platz für Neues – Review zu „Das Ende der Musik“ von HEY NILLE



Es ist ein Jahr her, als der Oilenköper sich erstmals mit dem Trio von HEY NILLE traf. Damals wurde das erste Video gedreht, die erste Single veröffentlicht. Seit dem haben Nils, Marcel und Marco mehrere Songs veröffentlicht und auch die erste Live-Erfahrung in dieser Formation gesammelt. Heute (11.11.22) erscheint die erste EP „Das Ende der Musik“. Leider nur digital, warum könnt ihr bei „Die Letzten an der Bar erfahren“.


Das Werk soll den Endpunkt der Anfangsphase markieren und einen neuen Abschnitt im Schaffen der Band einläuten. Denn ab 2023 soll der Sound spürbar härter werden. Vier Songs sind noch im alten Gewand vorhanden und sollen die Wartezeit auf das Neue überbrücken. Die Themen der Lyrics sind gewohnt ernst und sprechen zum Teil harte Themen an. „Wir sind eine nette Band mit harten Texten“, sagte Nils noch an der Bar.


Eröffnet wird die „Scheibe“ mit „Scheiß Geschichte“, ein Lied über eine Beziehung, die nicht enden will, aber vielleicht sollte. Ein klassisches Liebeslied, aber mit originellerem Text. Wem das zu seicht sein sollte, der kommt im zweiten Song auf seine Kosten. In „Einer dieser Tage“ geht es um Selbstmord – und dass man das nicht tun sollte.


HEY NILLE begleitet musikalisch den (ausgedachten) Protagonisten Nille auf seiner Reise durch die Welt. Hier läuft er durch Hamburg, gefangen in dunklen Gedanken. Dem gegenüber steht die Reeperbahn mit Party, Alkohol und Sex. Der Song beschreibt, wie dicht Schwarz und Weiß nebeneinander her leben (oder sterben?) können, ohne Notiz voneinander zu nehmen.


Etwas lockerer und absolut radiotauglich kommt als nächstes „Dänemark im Regen“ aus der Kurve. Marcel meint, es ist DER Soundtrack für einen Road Trip. Das unterschreibe ich so. Textlich handelt der Song davon, dass man mal raus muss, wenn alles zu viel wird. Weit weg von der ganzen Scheiße kann man „versuchen zu verstehen“.


Ein Abschiedssong ist der Titeltrack als letzte Nummer in doppelter Hinsicht. „Wir tragen uns selbst zu Grabe“, witzelt Nils, denn wie erwähnt, soll 2023 große Veränderungen bringen. Doch zunächst ist es der (endgültige) Abschied von einem geliebten Menschen. Doch die Hoffnung auf ein Wiedersehen „irgendwo“ nach der letzten Reise bleibt bestehen. Und sonst bleibt die Erinnerung: „Es endet die Musik, aber nie deine Melodie…“ Gänsehaut.


HEY NILLE spielt melodischen Rock, der mal mehr, mal weniger Einflüsse aus dem Punk verarbeitet. Irgendwo zwischen Blink 182 und The Killers mit deutschen Texten könnte man die drei Lüneburger einordnen. Mit ausgefeiltem Songwriting gehen die vier Songs voll ins Ohr und nisten sich regelrecht ein. Der Oilenköper ist gespannt auf das, was da noch kommen mag.


Der Oilenköper


Die Preise steigen, ob für Energie, Benzin oder Equipment. Damit das Angebot „Oilenköper“ prinzipiell kostenlos bleiben kann, würde ich mich über kleine Paypal-Spenden an oilenkoeper@gmx.de freuen. Wenn jeder Leser 2 oder 3 Euro im Jahr schicken würde, wäre wohl fast alles gedeckt.

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