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Am Abgrund – „Monster in mir“ von SKRUPELLOS


Der Oilenköper hatte bereits zwei Mal das Vergnügen, die Männer von SKRUPELLOS persönlich zu treffen und auf dem Open Air Seedorf auch live zu erleben. Daher kann an dieser Stelle zum einen behauptet werden, dass die Lüneburger netter sind als ihre Texte und musikalisch den Studiosound makellos auf die Bühne bringen.


Lyrisch geht der Erstling „Monster in mir“ nämlich tief unter die Haut, dahin wo Blut fließt. Während mit dem nach der Band benannten Opener noch die typische „Wir sind geil“-Bandvorstellung erfolgt, ist am Beginn des zweiten Songs ein Abschluss der Banalitäten gefunden. Das netteste Lied ist zu Ende.


Der Titeltrack begibt sich dann in die Abgründe der Menschlichkeit, der echten, nicht der gewünschten. Der tägliche Kampf mit den eigenen Dämonen findet textlich Verarbeitung. Musikalisch ausgefeilt mit schönen Soli, setzen die Skrupellosen gleich eine Duftmarke, die dem Hörer vor Augen führt, das hier nichts schnell hingerotzt wird, das hat Substanz.


Textlich befindet man sich auf „Monster in mir“ am Abgrund der menschlichen Existenz. Hier sind die Dinge hart und ehrlich, wenig Hoffnung scheint zwischen den Tracks hervor. In „Keine Zeit“ wird mit abgerechnet und der Klimawandel als Abwehrreaktion der Erde gegen das Virus Mensch dargestellt. Gar nicht so weit hergeholt…


„Don Testosteron“ ist das Arschloch, das seine Freizeit zwischen Muckibude, Solarium und BMW aufteilt, um dann Frauen beschissen zu behandeln. Schöner Text für eine durch dieses Hormon getränkte Szene. Bringt die Betroffenen aber wohl eher nicht zum Nachdenken.


Im Mittelteil der Scheibe wird es schwermütig und stampfend. Die Schrecken des Krieges, die Spaltung der Gesellschaft, Lüge und Zweifel bestimmen die Stücke „Alles ist möglich“, „Isolation“ und „Heiss“, wobei letzterer wieder Fahrt aufnimmt. „Lauf weg“ greift dabei die letzten Jahre auf und stellt die Unnachgiebigkeit gegenüber anderen Meinungen in den Mittelpunkt und die Wut und den Hass der so oft entsteht.


Ein Song über „Falsche Freunde“ gehört zum klassischen Repertoire und darf als Abschluss dann nicht fehlen. Im Fazit kratzt hier eine Rockkapelle hart am Metal ohne abzurutschen. Textlich und musikalisch hört man den Kopf raus, den man sich gemacht hat. Das liegt auch daran, dass alle vier an den Texten und Songs schreiben. Bandbreite garantiert und es darf mit Vorfreude der weitere Weg von SKRUPELLOS begleitet werden. Das Album kann unter www.skrupellos-band.de bestellt werden.


Der Oilenköper


Wie immer kostenlos für euch, für mich leider nicht. Daher gerne kleine PayPal-Spenden an oilenkoeper@gmx.de.


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