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Streetz Open Air 2021 - Stephan Dabrowski im Interview



Mit einer Woche Abstand hat der Oilenköper den 1. Vorsitzenden des Streetzrock e.V., Stephan Dabrowski, zum Interview gebeten. Im Gespräch spricht er über kleine Problemchen, große Zufriedenheit und macht deutlich, dass so vieles wichtiger ist als Geld.


Oilenköper: Moin Stephan, erstmal herzlichen Glückwunsch an den Streetzrock e.V. für die erste gelungene Ausgabe des Festivals als Verein. Wie war es im Vergleich zum letzten Jahr für dich, die Verantwortung nicht ganz allein tragen zu müssen?


Stephan: Letztendlich trägt man immer die Verantwortung. Nur man hat den Luxus, Aufgaben gezielt an andere abzugeben zu können, was selbstverständlich zu einer großen Entlastung führt. Dass wir im Verein mit den richtigen Mitgliedern bestückt sind, hat das St.O.A. 2021 bewiesen. So wie alle Anwesenden, ob Bands, Besucher oder auch Techniker, zufrieden gewesen sind, das geht eben nur, wenn alle das gleiche Ziel verfolgen und eben auch an einem Strang ziehen. Ich bin sehr stolz auf alle St.O.A.ker aus dem Verein, die dies ermöglicht haben.


Ihr habt vielen Menschen, Bands und Fans gleichermaßen, ein wunderbares Wochenende bereitet und somit glücklich gemacht. Mit einer Woche Abstand: Bist du auch zufrieden mit dem Ablauf insgesamt?


Zufrieden? Unser Ziel, ein familiäres Festival zu gestalten, ist, denke ich, erreicht worden. Hier gibt es wirklich nicht viel, was wir anfassen müssen. Das Level mindestens zu halten, ist der eigene, interne Anspruch. Der Ablauf auf der Bühne – ja, es gab ein paar Probleme, was auf die Technik zurückzuführen ist. Einmal ein mitgebrachter Splitter, einmal ein eingeklemmtes Kabel, das einen Kurzschluss verursacht hat. Aber hey, das Team hat nicht geheult, sondern gesucht und Lösungen gefunden! Das verdient Respekt und daher: Nein, auf der Bühne muss nichts geändert werden. Danke den verantwortlichen noch mal. Das war Leistung auf Profi-Niveau.


Es war das erste Mal, dass das Festival mit Camping über zwei Tage ging. Hast du Defizite ausmachen können? Kann noch etwas verbessert werden?


Defizite? Nein! Wir waren vorbereitet und hätten auf mehr Menschen reagieren können. Alle Camper seien gelobt. Es gab keinen Müll, den wir hätten wegräumen müssen. Es war megasauber, als ob nichts gewesen wäre. Lob und Anmerkung an jeden Gast und danke dafür. Ich denke es liegt aber auch daran, dass sich alle kennenlernen konnten und gegenseitig darauf geachtet haben. Ich denke, es war ein megacooles Camp für alle.


Logistisch ist das Festival eine große Herausforderung. Leider war es nicht so gut besucht, wie ihr euch das sicher gewünscht hättet. Wie sieht die Finanzierung aus? Gab es Probleme?


Ja! Leider, leider ist die gerechnete Mindestzahl an Besuchern nicht erreicht worden. Natürlich rätseln viele, warum das so gewesen ist, aber was nutzt es, dies zu beantworten? Es war nicht genug. Der Verein Streetzrock e.V. steht zu seinem Festival und hat auch schon im Vorfeld beschlossen, selbst mit einem Minus das Festival zu stemmen. Wir Mitglieder wollen St.O.A. und es gibt St.O.A.!


Wie kam der diesjährige Musikmix aus deiner Sicht bei den Besuchern an? Habt ihr Feedback bekommen?


Die Mischung liegt in den Händen von Jens Schulz (2. Vorsitzende) und mir. Jens mag es hart, Death und Black Metal deckt er alleine ab. Rock und Punk eher ich, was bedeutet, dass automatisch schon eine gute Mischung zustande kommt. Melodic und Gothic besprechen wir meist zusammen. Es ist ein Festival für alle, also auch für jeden etwas dabei. Mit Absicht wollen wir uns zwischen dem „Dark Troll“ und „Rockharz“ bewegen, dabei aber nicht auf Konkurrenz gehen oder dergleichen. Wir sind das Streetz Open Air, eigenwillig in der Musik und eigenwillig familiär. Wichtig ist, dass sich viele Menschen von uns angesprochen fühlen können. Ich bin bislang im hohen Maße mit dem Gewesenen zufrieden. Es ging im Grunde super auf.


Die ersten Bands für 2022 habt ihr schon bekannt gegeben. Steht das Line-Up schon komplett oder gibt es noch Lücken?


Die ersten sind bekannt gegeben, ja. Tatsächlich steht unser Line-Up schon seit Monaten fest. Wir stehen wirklich sehr gut da, was die Auswahl und Genres an Bands angeht.


Was wird deine schönste Erinnerung an das Streetz Open Air 2021 sein?


Es waren alle zufrieden, kein Gast und keine Band hat wirklich was auszusetzen gehabt. Bei den Gästen gab es kleine Wünsche und Hinweise, welche wir gerne annehmen. Es wurde festgestellt, was der Verein geleistet hat, es gab immer Lösungen. Das ist schön! Ich wüsste nicht, was schöner sein kann. Erstaunt hat uns alle der Happy (Michael, Deichen) mit der Ersteigerung des Banners. Dank ihm dürfen wir dem Hospizverein Lüchow-Dannenberg 1100 Euro übergeben. Eine Band, Incantatem, gab nach ihrem Auftritt 30 Euro an uns, mit der Bitte, diese bei der Versteigerung oben mit drauf zu legen. Also gehen 1130 Euro an den Hospizverein. Wenn das nicht schön ist, dann weiß ich auch nicht.


Und ich auch nicht. Vielen Dank, lieber Stephan, für die offenen und ehrlichen Worte!


Wie immer ist alles, was ich mache kostenlos. Über eine kleine PayPal-Spende an oilenkoeper@gmx.de zur Deckung meiner Unkosten würde ich mich dennoch sehr freuen.

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